Oktober 2017

Ich mag diese Monatsrückblicke, Monatsfavoriten und was es sonst alles noch in diese Richtung gibt eigentlich sehr gerne. Also dachte ich, ich versuche das auch. Auf meine Weise.

Wenn ich über meinen Oktober nachdenke, kommt mir schlechtes Wetter in den Sinn- Obwohl das gar nichts ist, was meinen Oktober in irgend einer Art und Weise geprägt hat. Es ist einfach etwas, was Menschen mit dem Oktober verbinden.

Als nächstes, fällt mir die Zeit auf. Der Oktober ist zu Ende. Das heißt, dass in diesem Jahr nur 2 Monate übrig geblieben sind. Und dann kommt das nächste Jahr.
Das mit der Zeit habe ich in einem Beitrag schon ausführlich genug beschrieben. Meine dort beschriebenen Gedanken haben mich vor allem in der zweiten Hälfte dieses Monats begleitet. Und ich werde sie noch nicht so richtig los.

Über diesem Beitrag kommt man natürlich zu meinem Blog. Zu diesem Blog. Auf dem ich seit diesem Monat regelmäßig schreibe. Ich habe einen Blog. Nicht das ich Erfolg mit ihm hätte oder so, aber das ist okay. Es ist natürlich schön gehört zu werden, aber es gibt Dinge, die nur gesagt werden müssen. Das „Gehört werden“ ist dabei nur zweitrangig.
Und es hilft mir. Es ist schön, wieder zu schreiben. Es ist etwas, was ich in den letzten Jahren sehr vernachlässigt habe. Viel zu sehr. Und es ist etwas, was ich ausbauen möchte. Bald. Irgendwann.

Sonst hatte ich noch Ferien und war für eine Woche weg. Außerdem habe ich sehr viel gegessen und sehr viel Ungesundes noch dazu. Das sollte ich definitiv langsam in den Griff bekommen. Ich habe aber auch angefangen wieder mehr Sport zu machen. Zumindest ein bisschen.
Ich habe wieder angefangen in Musik zu stöbern und auch meine Spotify-Playlists zu sortieren. Insgesamt habe ich mich wieder etwas mehr mit Musik zu beschäftigen. Vielleicht kommt demnächst etwas über Musik. Wer weiß.
Gelesen habe ich auch, definitiv mehr als im September.
Ich war auch endlich wieder im Theater und das war eines der schönsten Erlebnisse diesen Monat. Ich kann wirklich  nur sagen, dass ich das öfter tun möchte.

Das war eigentlich schon. Mein Oktober war nicht besonders spannend.

Meine Ziele für den November sind nicht so umfangreich, wie sie sein könnten. Ein paar möchte ich gerne hier teilen.

1. Ganz klar – Mit den Geschenken anfangen. Die Weihnachtszeit ist sowieso schon stressig genug und dieses Jahr habe ich teilweise etwas umfangreichere Geschenke geplant. Außerdem ist es schön sich nicht im Dezember um diese Dinge kümmern zu müssen.
2. Lernen. Ganz viele lernen. In der Schule stehen einige Prüfungen an. Im November wie auch im Dezember. Und wie immer nehme ich mir vor, tatsächlich und richtig und auch nicht zwei Tage davor, für diese zu lernen.
3. Gesünder ernähren. Ich weiß, das ich meine Ernährung nicht irgendwie mit einem Plan oder genauen Vorsätzen verbessern kann. Zumindest ist mir das noch nie gelungen. Wie ich mich ernähre, hängt irgendwie von so einem „Gefühl ab“. Vielleicht sollte ich einfach meine ganze Ernährung überdenken, im November.
4. Ausmisten. Ich weiß nicht wie viel Zeit ich dafür haben werde. Wahrscheinlich nicht so sonderlich viel, aber ich möchte aufgeräumt ins neue Jahr starten. Ich hoffe, das ich zumindest einige Ecken wieder in Ordnung bringen kann.
5. Schwimmen gehen. Es macht mir nämlich wirklich Spaß.

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Enttäuschung

Manchmal werde ich von manchen Menschen enttäuscht. Und wenn das passiert, weiß ich, dass ich eigentlich nichts anderes erwartet habe. Und ich frage mich, wieso ich denn überhaupt so enttäuscht bin, wenn ich doch wusste, dass so was passieren würde. Das sowas schon vorgekommen ist. Aber es ist immer ein großer Unterschied zwischen wissen und wünschen.
Wenn ich mir wünsche, dass etwas nicht passiert, obwohl ich weiß, dass es passiert, werde ich enttäuscht, wenn es passiert.
Obwohl ich es wusste.

Es sind noch nicht einmal Sachen, die wirklich bedeutend sind.
Heute war es eine Person, mit der ich mich verabreden wollte und die dieses Treffen abgesagt hat. Weil ihr es wichtiger war eine Person zu treffen, obwohl sie ebendiese Person beinahe jeden Tag sieht.
Und es ist einfach verletzend für mich, weil ich diese Person sehr selten sehe und sie mir auch ziemlich wichtig ist. Obwohl das typisch für diese Person ist. Ich wusste, dass das passiert. So etwas passiert immer. Aber ich mag diese Person immer. Obwohl ich immer das Gefühl habe, dass ich mich um diese Freundschaft viel mehr bemühe als diese andere Person.
Aber wenn ich dieser Person lästig bin, wieso kommt sie dann immer wieder bei mir an, wenn ich den Kontakt schleifen lasse.
Vielleicht bilde ich mir zu viel ein. Vielleicht interpretiere ich zu viel. Vielleicht analysiere ich zu viel.
Letztendlich weiß ich es nicht. Keine Ahnung.

Wie ich keine neuen Menschen kennenlerne

Ich denke in letzter Zeit viel über mein „soziales Umfeld“ und meine „sozialen Kontakte“ nach. Und ich stelle fest, dass ich mit einigen Dingen nicht wirklich zufrieden bin.

Eigentlich kann ich mich nicht über die Menschen beschweren, die sich in meinem Umfeld befinden. Und das ist letztendlich eine sehr große Untertreibung.
Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ich Abwechslung brauche. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich mehr Leute kennenlernen möchte. Und ich möchte (mehr) neue Bekanntschaften machen und mich mit interessanten Menschen unterhalten. Das passiert zurzeit praktisch gar nicht, denn ich bin in einen Alltagstrott, ein Lebensmuster verfallen, die das nicht zulassen. Wenn man dann noch weiß, dass ich introvertiert bin, hat man eigentlich auch schon die Antwort auf die Frage, warum das denn so ist. Mir fällt es nicht leicht auf Menschen zuzugehen, die ich nicht kenne und die ich damit auch nicht einschätzen kann. Dabei bin nicht schüchtern, nur introvertiert.
Manchmal komme ich mir dann vor wie eine Oma, die immer nur die gleichen Menschen sieht, kennt und spricht. Und das will ich nicht sein. Ich bin jung. Es kann doch nicht so sein, dass ich in diesem Muster, in diesem Netz so hängen geblieben bin.
Und ich weiß auch nicht, wie ich das ändern soll. Denn ich bin kein Mensch, der gerne alleine zu irgendwelchen Gruppen oder Veranstaltungen geht um andere Menschen kennenzulernen. Das mache ich mit Menschen, die ich kenne und dann fällt es mir schwer tatsächlich neue Bekanntschaften zu schließen. Denn ich habe ja meine Freunde und bleibe deshalb in meiner Komfortzone. Ich weiß, dass ich das bekämpfen sollte, aber es fällt mir alles andere als leicht. Und leider sind meine Freunde nicht anders gestrickt als ich. Sie bleiben lieber bei den altbekannten Menschen anstatt auf neue zuzugehen.
Ich hänge so an den Menschen fest, die ich kenne, dass ich es einfach nicht schaffe, diese Bänder etwas zu lockern und neue Menschen kennenzulernen.

Wenn man darüber nachdenkt, ist das echt traurig. Aber es ist wie es ist. Zumindest im Moment. Ich hoffe sehr, dass sich irgendetwas ändert. Aber hoffen ändert in diesem Fall nichts. Ich muss schon selber etwas tun und lernen auf Menschen zuzugehen und mich anzupassen. Anpassungsfähigkeit. Noch etwas, was mir fehlt. Aber ich möchte das ändern und hoffentlich wird sich das auch ändern.

Ein paar Zitate

Ein paar (genauer gesagt 4) Zitate.
Ein Zitat über Kritik, eins über die Welt, eins über Menschen und eins über Rosen.
Besonders hervorheben möchte ich die Zitate über die Welt und die Menschen

Eine Kritik ist überhaupt nur gut, wenn sie schlecht ist.
Morton Rhue (aus dem Buch „Die Welle“)

Die Welt wir nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die böses zulassen.
Albert Einstein

Die Menschen werden nicht von den Dingen, sondern von den Meinungen über sie geleitet.
Karl Leberecht Immermann

Die Rose hat Dornen nur für jene, die sie berühren wollen
Chinesisches Sprichwort

 

Die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren

In letzter Zeit denke ich oft über Dinge nach, die ich nie haben werde. Dinge, die ich einmal hatte, aber nie wieder haben werde. Dinge, die ich nie hatte und auch nie haben werde. Dinge, die unerreichbar sind. Einfach, weil es unmöglich ist.

Dinge, wie eine Schwester. Eine Schwester, wie meine Mutter sie hat. Denn ich habe nur Brüder und selbst wenn ich noch eine Schwester bekommen würde, was mehr als einfach nur unwahrscheinlich ist, wäre unser Altersunterschied ziemlich groß. Und alles würde nie so sein, wie bei meiner Mutter und ihrer Schwester.

Dinge, wie meine Kindheit. Meine Kindheit, die nun endgültig vorbei ist. Meine kindliche Unbeschwertheit, Naivität, Unwissenheit. Dieses Gefühl, ein Kind zu sein. Eigentlich ist es sogar das, was mich am Traurigsten macht. Ich werde nie mehr die Möglichkeit haben, ein Kind zu sein. Nie mehr.

Ich weiß, dass ich meine Zeit mit unnötigen Gedanken und Gefühlen verschwende. Es sind Dinge, die ich nicht erreichen kann. Dinge, für die ich nicht kämpfen kann. Dinge, die nicht sind, weil sie einfach nicht sein sollen. Trotzdem ist es doch etwas, was ich nicht loslassen kann. Ich kann diese Gedanken, nicht loslassen. Sie sind in meinem Kopf und gehen nicht weg.
Und letztendlich weiß ich, dass ich so viele Dinge habe. So viele Dinge, für die ich dankbar bin. So viele Dinge, die ich als selbstverständlich hinnehme.
Letztendlich bin ich mir bewusst, was ich alles habe. Was ich alles Schönes habe. Aber ich bin mir auch bewusst, was ich alles nicht habe. Und das macht mir manchmal zu schaffen.
Selbst, wenn ich nicht einmal den geringsten Einfluss auf diese Dinge habe.

Pflanzen

Vorab sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich überhaupt keine Ahnung von Pflanzen habe. Ich weiß nur, wie Photosynthese und Zellatmung und so ein Zeug funktioniert. Ungefähr. Die richtige Bezeichnung für bestimmte Pflanzen verwende ich wahrscheinlich auch nicht immer. Und wie man Pflanzen richtig pflegt weiß ich erst recht nicht.

Seit neustem habe ich wieder Pflanzen.
Nachdem alle meine alten Pflanzen (auch mein Kaktus) gestorben sind, weil ich sie nie gegossen habe, habe ich entschieden mir neue Pflanzen zu besorgen und mich auch tatsächlich um sie zu kümmern. Also bin ich zu IKEA gefahren und habe mir erst eine Pflanze gekauft. Sie lebt noch immer, obwohl das jetzt schon einige Monate her ist. Sie ist sogar gewachsen und hat sich ziemlich gut entwickelt.
Gestern habe ich noch zwei neue Pflanzen bei IKEA gekauft und jetzt habe ich insgesamt 4 Pflanzen. Ich hatte nämlich noch eine Pflanze, die ich schon seit Jahren besitze und die sich immer weiterentwickelt, ob ich mich nun um sie kümmere oder nicht.

Pflanzen sind jetzt ein ziemlich großer Trend. Und eigentlich bin ich niemand, der Trends gerne folgt. Eigentlich wehre ich mich eher gegen sie. Vielleicht einfach weil ich mich sehr schnell daran satt sehe. Oder auch wegen meinem innerlichen Protest gegen alle möglichen arten von Mainstream.
Aber bei Pflanzen ist es etwas anderes. Für mich zumindest. Ich liebe diese Atmosphäre, die Pflanzen in ein Zimmer bringen. Ich finde diese „grünen Gartenzimmer“ wunderschön. Und gerade im Moment ist es das, was ich anstrebe. Obwohl ich nur 4 Pflanzen habe. Aber das ist ein Anfang und irgendwo muss man immer anfangen.

Diese Pflanzen bringen mich immer zum Lächeln, wenn ich in mein Zimmer komme. Und ich bilde mir ein, dass die Luft schon besser geworden ist.
Und deswegen mag ich meine Pflanzen so. 🙂

Das Aufladekabel

Neulich habe ich einer sehr guten Freundin von mir ein Ladekabel ausgeliehen. Sie hat es mir dann irgendwann zurück gegeben und ich habe nicht weiter darüber nachgedacht, da es eigentlich nur ein Ersatzkabel ist. Vor kurzem musste ich es dann aber benutzen und dabei ist mir aufgefallen, dass der Zustand ziemlich schlecht ist. Das Kabel zeigt viele Gebrauchsspuren, die vorher nicht da waren und außerdem ist das Netzteil so beschädigt, dass ich das Kabel nicht ohne weiteres reinstecken kann. Um genau zu sein brauche ich dafür eine Zange. Das waren alles Sachen, die vorher nicht da waren.
Versteht mich nicht falsch, dieses Ladekabel ist mir nicht wichtig und ich kann einfach ein Neues kaufen, aber diese Ungewissheit ist alles andere als angenehm. Es kann sein, dass meine Freundin das Ladekabel mit ihrem eigenen verwechselt hat oder auch, dass sie einfach nicht bemerkt hat, das sie dieses Ladekabel beschädigt.
Aber was ist wenn sie absichtlich ihr beschädigtes Ladegerät mit meinem unbeschädigtem vertauscht hat? Ist es Grund genug darüber nachzudenken, ob sie die Person ist für die ich sie halte? Denn eigentlich glaube ich nicht, dass sie so etwas machen würde. Aber was wenn doch? Und ist es überhaupt wichtig, wenn es so ist? Ist diese Kleinigkeit etwas, das über sie und unserer Freundschaft, aussagt?
Eigentlich denke ich jetzt nicht anders über diese Freundin als vorher und wahrscheinlich vergesse ich diesen Vorfall auch bald. Aber immer wenn ich mich mit diesem Aufladekabel rumschlagen muss, werde ich daran erinnert. Und eigentlich glaube ich nicht, dass sie sowas absichtlich tun würde. Nur weiß ich es nicht. Nicht hundertprozentig. Und  ich weiß nicht, ob es etwas ändern würde an unserer Freundschaft. Wenn sie es denn absichtlich getan hätte. Denn eigentlich ist es ein Witz, das ich über ein kaputtes Ladekabel schreibe. Das ist ein ziemliches Luxusproblem und eigentlich auch nicht der Rede wert. Aber trotzdem ist es doch nicht nichts, oder?

Gute Bücher 2017 Teil 1

Ich habe neulich mein Notizbuch, in dem ich meine gelesenen Bücher festhalte, durchgeblättert und dabei habe ich gemerkt, das mir nur sehr wenige Bücher positiv in Erinnerung geblieben sind. Vielleicht liegt es auch daran, das ich für meine Verhältnisse ziemlich wenig Bücher gelesen habe.
Trotzdem wollte ich die Bücher, die mir tatsächlich gut in Erinnerung geblieben sind, mit jemandem teilen. Hier kommt also der erste Teil meiner Liste der guten Bücher in 2017. Alle dieser Bücher habe ich in den ersten 6 Monaten des Jahres gelesen. Später gelesene Bücher werden im zweiten Teil dieser Liste (der vielleicht irgendwann 2018 noch folgen wird) vorgestellt.

Anständig Essen. Ein Selbstversuch. von Karen Duve habe ich als eine Art Recherche gelesen. Vor allem Anfang dieses Jahres habe ich mich sehr viel mit Ernährung auseinandergesetzt. Im Mittelpunkt standen dabei zuckerfreie und vegetarische (und vegane) Ernährung. Karen Duve beschreibt in diesem Buch ihren Versuch „anständig zu essen. Das heißt sie kaufte eine Zeit lang nur Bio-Sachen. Dann stieg sie auf eine vegetarische Ernährungsweise, später auf eine vegane und als letztes sogar auf eine frutarische um.
Mir ist dieses ganze Buch in Erinnerung geblieben, einfach das Gesamterlebnis. Ich kann nicht einmal genau sagen, was ich so bemerkenswert an diesem Buch fand.
Danach fühlte ich mich wirklich motiviert auch einmal so etwas durchzuziehen und zumindest vegetarisch zu leben. Es hat  mich in vielen Bereichen überzeugen können, obwohl ich eigentlich nichts neues gelernt habe. Nach diesem Buch habe ich auch während der Fastenzeit auf Fleisch verzichtet und mich dabei ziemlich gut gefühlt. Leider habe ich danach wieder angefangen Fleisch zu essen und daran hat sich bis jetzt noch nichts geändert. Zumindest esse ich jetzt etwas weniger Fleisch

The perks of being a wallflower von Stephen Chobsky ist ein Buch, was ich erst im Deutschen gelesen habe um es mir dann auf Englisch zu kaufen und zu lesen. Der deutsche Titel lautet übrigens „Das also ist mein Leben“. „The perks of being a wallflower ist eins der „neueren“ Klassiker. Sofern man ein Buch, das 1999 erschienen ist, als neu  bezeichnen kann. In vielen Schulen wird es wohl als Schullektüre gelesen, vor allem in Amerika, bei mir war das leider nicht der Fall. Es ist nämlich ein wirklich großartiges Buch (und ich muss unbedingt den Film sehen).
In diesem Buch geht es um Charly, der einer unbekannten Person Briefe schreibt. Eigentlich wirkt es sehr wie ein Tagebuch, weil all diese Briefe in diesem Buch gesammelt werden. Charly kommt am Anfang des Buches auf die High School und lernt dort einige neue Leute kennen. Und so entwickelt sich das Buch. Charly erlebt Höhen und Tiefen und lebt ein eigentlich normales Teenagerleben. Es ist ein wunderbare, poetisches Buch und für mich hat es sich definitiv gelohnt es noch mal auf Englisch zu lesen. Ich habe einige Sachen verstanden, die ich im deutschen Buch aus irgend einem Grund einfach nicht verstanden bzw. bemerkt habe. Außerdem liest Charly sehr viele Bücher, weswegen ich jetzt eine ganze Liste mit (größtenteils amerikanischen) Klassikern habe, die ich unbedingt lesen will.

Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway war einer meiner ersten Versuche „echte“ Klassiker zu lesen und ich wurde nicht enttäuscht. Obwohl ich dieses Buch nicht zu meinen Lieblingsbüchern zählen kann, hat es mir sehr gefallen und ist mir mit seiner Art sehr in Erinnerung geblieben.
Es geht, wie der Titel schon erahnen lässt, um einen alten Mann, einen Fischer. Dieser Fischer hat schon lange nichts mehr gefangen und macht sich nun ein weiteres Mal auf den Weg, sich sicher dieses mal Glück zu haben. Und das ist eigentlich schon fast die ganze Handlung. Es wird beschrieben wie dieser alte Fischer versucht einen guten Fang zu machen.
Dieses Buch ist so einfach gehalten und fesselt einen dennoch so sehr. Es ist wirklich erstaunlich an wie viele Sachen ich mich noch erinnern kann. Und je mehr Zeit vergeht, desto besser finde ich dieses Buch. Meistens ist es umgekehrt und das es hier nicht so ist spricht schon sehr für dieses Buch. Ich bin mir sicher, dass das nicht mein letzter Hemingway geblieben ist.
Ich muss noch kurz etwas zu Übersetzung anmerken. Vielleicht bin ich zu kleinlich, aber das hat mich aus irgend einem Grund wirklich sehr gestört. Der Originaltitel lautet „The old man and the sea“ und ich finde, man hätte ihn mit „Der alte Mann und die See“ übersetzen sollen. Das liegt an der starken Verbindung zwischen dem Mann und dem Meer, das er als weiblich ansieht. Ich weiß, dass es nur eine Kleinigkeit ist, aber „Der alte Mann und die See“ wäre einfach so viel passender gewesen.

Der Fänger im Roggen von J. D. Salinger ähnelt „The perks of being a wallflower“ sehr. Es geht um einen 16-jährigen Jungen der durch New York streift und von seinem Leben, seinen Vorstellungen erzählt. Und obwohl es, wie eigentlich alle Bücher dieser Liste, keine wirkliche Handlung hat, konnte es mich sehr fesseln. Ich fand es sehr interessant und spannend. Ich habe mir ganz fest vorgenommen mir eine englische Ausgabe dieses Buches zu kaufen und sie dann auch auf jeden Fall zu lesen.
„Der Fänger im Roggen“ ist kein Buch über das man viel vor dem Lesen wissen sollte. Man sollte am besten völlig unwissend anfangen zu lesen und es dann einfach genießen. Es ist ein wirklich besonderes Buch.

Keine Zeit für Faulheit

Okay. Es ist schon Mitte Oktober. Ich bin eigentlich noch nicht alt, aber ich habe das Gefühl in letzter Zeit fliegen die Jahre nur so an mir vorbei. Wahrscheinlich nerve ich schon alle in meinem Umfeld, wenn ich davon rede, wie schnell die Zeit verfliegt.

Es ist Oktober und ich kann mich noch so genau an Silvester erinnern. Ich weiß gar nicht, was ich gemacht habe in den neuneinhalb Monaten, die vergangen sind.
Es ist wirklich merkwürdig, das ich Zeit jetzt so anders empfinde als noch vor zwei, drei Jahren. Es ist so anders mit der Zeit in letzter Zeit. Ich habe das Gefühl mein Leben fliegt an mir vorbei, ich werde älter und älter und fange nichts mit meinem Leben an. Nichts, was ich gerne tun würde, zumindest.
Ich habe nur noch ein paar Jahre, die ich in der Art von Freiheit verbringen kann, die ich jetzt habe. Und dann werde ich diese Freiheit niemals wiedererlangen.

Wieso fange ich dann nicht mit dieser Freiheit an in dieser kurzen Zeit, die mir noch bleibt?

Ich glaube nicht, dass mich das, was ich gerade tue, in meinem Leben voranbringt. Es macht mir noch nicht einmal Spaß. Es ist langweilig. Ich möchte so etwas nicht meinen Kindern und Enkelkindern erzählen müssen. ich möchte, dass diese Jahre aufregend und besonders und schön werden. Voll mit Dingen, die mich erfüllen, die mich weiter bringen in meinem Leben und vorbereiten. Ich möchte nicht tagaus tagein in meinem Zimmer sitzen und irgendeine Form von Medien konsumieren. Das ist nicht das, was ich mir vom Leben wünsche.
Und das ich es trotzdem tue, liegt an mir. Ich bin Schuld daran. Ich und meine Faulheit und Bequemlichkeit. Es ist seltsam oder? Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch und gleichzeitig unsagbar faul. Diese Faulheit steht mir so sehr im Weg. Ich möchte nicht, dass meine Faulheit, meine Bequemlichkeit über meinem Ehrgeiz gewinnt. Aber die letzten Runden, die letzte Kämpfe, hat meine Faulheit mit großem Vorsprung gewonnen. Ich möchte nicht, dass meine Zeit so an mir vorbeifliegt und das alles was von ihr bleibt meine Faulheit ist. Das ist nicht das, was ich will.

Es ist nicht so, dass ich nichts tue. Ich gehe zur Schule. Ich lerne, mache meine Hausaufgaben. Bekomme Noten, die allgemein als ziemlich gut angesehen werden. Mein Ehrgeiz sagt, dass ich noch viel mehr könnte, aber meine Faulheit denkt, so wie es jetzt ist, ist es gut. Ich habe Freunde, mit denen ich mich treffe und rede und lache, Familie, der ich versuche zu helfen und die mir hilft, andere Leute, die ich kenne. Ich habe Hobbys. Ich spiele Klavier. Ich mache Sport (mehr oder weniger, aber mindestens einmal die Woche).
Aber ich mache so viele Sachen nicht, die ich machen will.
Ich arbeite nicht. ich sollte mir dringend einen Nebenjob suchen, aber erst einmal muss ich überhaupt etwas passendes finden.
Ich schreibe nicht. Zumindest nicht so viel, wie ich gerne würde.
Ich mache nicht so viel Sport, wie ich eigentlich müsste. Und ich schwimme nicht. Obwohl ich schwimmen liebe
Ich gehe zu wenig raus. Ich bin nie draußen. Ich war mein ganzes Leben lang eine Stubenhockerin, obwohl ich spazieren gehen mag.
Ich traue mich nichts, bleibe nur in meinen gewöhnlichen Mustern.
Ich gehe nicht auf Menschen zu und lerne keine neuen kennen

Ich stecke fest an diesem Ort in meinem Leben.

Und während ich das schreibe fliegt die Zeit an mir vorbei und ich sitze auf meinem Bett, auf dem Sofa, esse Kuchen und denke nicht daran, dass die Zeit tatsächlich gerade vorbeigeht. Obwohl ich darüber schreibe.

Das Leben ist komisch.

Mein Tagebuch – Eine Inspiration

Als kleines Kind war ich total von der Idee hinter einem Tagebuch begeistert. Und ich wollte unbedingt eins haben. Ich glaube, das geht vielen (vor allem Mädchen) so. Von meiner Oma habe ich dann ein Tagebuch zu Weihnachten geschenkt bekommen. Um ehrlich zu sein finde ich das Design noch immer wunderschön. Als 7 oder 8-jähriges Mädchen habe ich dann angefangen meinen ersten Eintrag zu schreiben. Ich habe nicht oft etwas geschrieben, aber über die Jahre kamen schon einige Seiten zusammen. Das hat sich dann ungefähr bis ich 10 war hingezogen. Inhalt dieses Tagebuchs waren meistens auch irgendwelche Schwärmereien, die ich als kleines Kind hatte.
Dann kam eine Zeit, wo ich viel „ausprobiert“ habe. zumindest was mein Tagebuch angeht. Nachdem ich das Tagebuch der Anne Frank gelesen hatte, fing ich in einem Notizbuch ein neues Tagebuch an, was ich Gertrude nannte. Die Seiten riss ich später raus und legte sie in mein altes Tagebuch. Außerdem gibt es zahlreiche andere Versuche von mir ein Tagebuch zu führen, die meist nicht über einen Eintrag hinausgingen und fast alle (leider) schon im Müll gelandet sind. Nach der Getrudeaktion, schrieb ich auch noch ein paar neue Einträge in meinem alten Tagebuch. Ehrlich gesagt sind es eigentlich nur 2. Dann habe ich noch eine Art Selbstanalysebuch angefangen. Letztendlich stand da fast ausschließlich drin, dass ich meine Faulheit bekämpfen muss. Das stimmt zwar, aber eigentlich hat mir dieses Buch nicht wirklich weitergeholfen und hat mich angespannt, obwohl der Zweck dieses Buches eigentlich Entspannung war.
Letztes Jahr habe ich mich dann an einen neuen Versuch gewagt. Ich habe ein dickes, schwarzes Notizbuch genommen in das ich wahnsinnig gerne schreibe. Mein Vorsatz war, jeden Tag eine Seite zu füllen. Mit beliebigen Themen. Einfach das, was mir im Kopf rumschwirrt. Und ich habe das tatsächlich durchgezogen. Etwas weniger als einen Monat lang. Dann habe ich das Konzept des Nachtrags eingeführt. Dabei wollte ich für jeden Tag, an dem ich nichts geschrieben habe, nachträglich etwas reinschreiben. Das hat dann aber nur zu sehr vielen leeren Seiten geführt und nach ein paar Wochen auch zum vorläufigen Ende des Tagebuchs.
Vor nicht allzu langer Zeit, etwas ein Jahr nachdem ich es begonnen hatte, habe ich dieses Notizbuch/ Tagebuch wieder aufgeschlagen und die alten Einträge gelesen. Ich war sehr überrascht, wie interessant diese Texte für mich waren. Teilweise konnte ich mich wieder an Tage erinnern, die an sich eigentlich vollkommen unbedeutend waren. Ich wusste, was ich getragen hatte, was ich gegessen, was ich gedacht hatte und vor allem konnte ich mich an das Gefühl, die Stimmung, die Atmosphäre dieses Tages erinnern. Und das fand ich wirklich schön und auch interessant. Mir ist aufgefallen wie viel ich mich verändert habe. Selbst in diesem so kurzem Jahr.
Ich hatte Lust wieder zu schreiben. Das Schreiben hat mir sehr gefehlt. Alle Arten des Schreibens. Außerdem hat es mir immer sehr geholfen aufzuschreiben, was mich beschäftigt. Also habe ich wieder angefangen zu schreiben.
Für die zukünftige A., damit sie sich an den Erinnerungen über die alten Zeiten erfreuen kann. Für die jetzige A., damit sie ihren Kopf frei bekommen kann. Für die vergangene A., damit ihr Wunsch von einem echten Tagebuch in Erfüllung geht.
Dieses mal allerdings ohne die Reglung: Jeden Tag eine Seite. Ich schreibe jetzt zwar regelmäßig, aber durchschnittlich nur 2 bis 3 mal in einer Woche. Manchmal sogar noch weniger.
Außerdem benutze ich an manchen Tagen auch zwei Seiten. Dann schreibe ich aber meistens auch über zwei verschiedene Themen. Ich habe gemerkt, dass mir diese Grenze sehr viel hilft. Denn wenn ich diese Grenze nicht habe, fange ich an auszuschweifen und lande dann irgendwo im nirgendwo (in meinen Gedanken). Das finde ich meist äußerst frustrierend, da ich schreibe und schreibe und doch nicht fertig werde.
Momentan bin ich also sehr zufrieden mit meinem Tagebuch. Es ist alles andere als zeitaufwendig abends im Bett eine DIN A5 Seite zu schreiben. Vor allem wenn man es nur 2 mal die Woche macht. Mein Tagebuch hilft mir mich zu sammeln, meinen Kopf  zu ordnen und frei zu bekommen und mich zu entspannen. Und ich freue mich schon jetzt auf den Moment, wenn ich als alte und graue Oma diese Einträge lesen werde. Na gut. Wahrscheinlich werde ich sie sehr viel früher lesen.